Richtig lüften im Sommer (Tipps für heiße Tage)

Wir Menschen produzieren zu jeder Jahreszeit Feuchtigkeit und atmen zu jeder Jahreszeit den Sauerstoff aus der Luft, deswegen ist es richtig und wichtig zu lüften und das immer. Es ist egal, ob es draußen klirrend kalt oder drückend warm ist.

Der Winter, wie auch der Sommer bringen einige Besonderheiten mit sich, wenn es darum geht richtig und effektiv zu lüften.

In diesem Artikel bekommen Sie meine besten Tipps, wie Sie es schaffen im Sommer für ausreichend frische Luft in Räumen zu sorgen, ohne dabei die Wohnung in einen Backofen zu verwandeln.

So geht Lüften im Sommer

Im Winter ist es kein Problem drei oder sogar viermal über den Tag verteilt zu lüften. Im Sommer sieht das ein bisschen anders aus, denn die warme Außenluft soll nicht in die Wohnung oder das Haus gelangen.

Fenster tagsüber geschlossen halten

Das Lüften sollte so gut es geht in die frühen Morgenstunden und in den Abend verlegt werden. Zu diesen Tageszeiten ist die Luft noch oder wieder kühler und wir bekommen nicht nur frische Luft, sondern auch eine leichte Abkühlung.

Dauer erhöhen

Während im Winter die Fenster nur kurz, meist nur 5 Minuten geöffnet werden, um die Räume nicht auskühlen zu lassen, ist das im Sommer genau unser Ziel. Öffnen Sie alle Fenster vollständig und lüften Sie für 20 Minuten.

So kann die angestaute Luft vollständig in Bewegung gebracht werden, durch die Wohnräume zirkulieren und komplett gegen sauerstoffreiche, frische Luft ausgetauscht werden.

Sonnenabgewandte Fenster nutzen

Der Sauerstoff in einem Raum verbraucht sich schnell und wer zu lange in abgestandener Luft sitzt und arbeitet, bekommt es irgendwann mit Unkonzentriertheit und Müdigkeit zu tun.

Um im Sommer auch über Tag für zumindest etwas frische Luft zu sorgen, eignen sich Fenster, die von der Sonne abgewandt sind. Zwar kommt auch über diese Fenster warme Außenluft ins Haus, aber die Luft ist nicht so aufgeheizt wie vor Fenstern, die in der prallen Sonne liegen.

Am besten Querlüften

Stoßlüften ist super, Querlüften noch besser, falls es möglich ist, versteht sich. Beim Stoßlüften werden die Fenster vollständig geöffnet, sie nur ankippen bringt leider wenig. Der Luftaustausch bei gekippten Fenstern dauert viel zu lange.

Noch besser ist es, wenn Sie gegenüberliegende Fenster öffnen können, um für richtig Durchzug zu sorgen. So wird die Wohnung am schnellsten und effektivsten von überschüssiger Feuchtigkeit und schlechter Luft befreit.

Warum richtiges Lüften im Sommer so wichtig ist

Moderne Gebäude sind enorm effizient. Die Fenster sind dicht und alles ist so gut isoliert, dass im Winter keine Wärme nach außen entweichen kann. Das ist auf der einen Seite gut für den Geldbeutel und spart Energie.

Die gut isolierten Häuser haben aber auch einen Nachteil, sie sind so dicht, dass die Luftqualität schnell abnimmt. Der Grund dafür ist, dass Feuchtigkeit, ausgeatmete Luft und Schadstoffe in der Luft nicht entweichen können und in der Raumluft verbleiben bzw. sich sammeln.
Dieser Umstand sorgt dafür, dass die Luftqualität im Inneren schnell deutlich schlechter ist, als an einer viel befahrenen Kreuzung und das beste Mittel dagegen ist und bleibt das regelmäßige Lüften.

Neben der Luftqualität ist die Feuchtigkeit der wichtige Grund fürs Lüften, denn auch im Sommer droht in überfeuchteten Räumen Schimmel.

Jeder Raum ist anders

Zwar ist es gut, beim täglichen Lüften alle Räume mit einzubeziehen, aber gerade der Sommer bringt einige Besonderheiten mit sich und deswegen schauen wir uns die Räume im Einzelnen an.

Es ist besonders die Luftfeuchtigkeit, die im Auge behalten werden sollte, denn wenn sie zu stark ansteigt oder über einen längeren Zeitraum zu hoch bleibt, droht Schimmel.

Messen lässt sich die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Diese einfachen Geräte kosten nur wenige Euro, aber schützen Sie am besten vor Schimmel.

Die Luftfeuchtigkeit ist durch die höheren Temperaturen im Sommer etwas höher als im Winter. Außerdem kann warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Deswegen ist die Luft es im Winter auch eher trocken und im Sommer ist es oft schwül.

Wohnräume und Schlafzimmer

Wohnzimmer, Homeoffice, Schlafzimmer und Kinderzimmer zählen zu den Wohnräumen und in diesen ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 % und 60 % im Sommer durchaus normal.

Steigt die Luftfeuchtigkeit über die 60-Prozent-Marke ist es Zeit zum Lüften, um die überschüssige Feuchtigkeit loszuwerden.

Küche und Badezimmer

Die meiste Zeit des Tages wird in Bad Küche eine ähnliche Feuchtigkeit herrschen wie sie im Rest der Wohnung oder des Hauses. Auch hier sind Werte zwischen 50 % und 60 % als normal zu betrachten.

Anders sieht es nach dem Duschen oder Kochen aus, denn dann liegt die relative Luftfeuchte schnell bei 70 % oder sogar noch mehr.

Am besten ist es beim Duschen oder Kochen, die Türen geschlossen zu halten, um so den Rest der Wohnräume vor der Feuchtigkeit zu schützen und dann direkt im Anschluss zu lüften. In der Küche und falls möglich auch im Bad, ist es ratsam schon während des Kochens oder Duschen das Fenster weit zu öffnen, das beschleunigt das Abziehen der Dämpfe.

Keller

Der Keller ist das Sorgenkind des Sommers, denn am besten ist es, wenn man den Keller komplett von der warmen Außenluft abschirmt.
Das große Problem ist, dass der Keller oft der kälteste Raum im Haus ist. Dringt nun die warme und feuchte Luft von außen in den Keller, kühlt sie schnell ab. Desto kälter die Luft wird, desto weniger Wasser kann sie tragen und der Überschuss wird sich an den Kellerwänden niederschlagen.

Wenn es unbedingt sein muss, dann lüften Sie den Keller auch morgens und abends oder noch besser an einem kühleren Tag. Die Gefahr, dass gerade der Keller im Sommer überfeuchtet und sich Schimmel breit macht ist sehr hoch. Sollte sich die Feuchtigkeit im Keller überhaupt nicht kontrollieren lassen und dauerhaft zu hoch sein, kann ein Luftentfeuchter für den Keller helfen.

Was ist mit der Wäsche?

Um zusätzliche Feuchtigkeit in den Wohnräumen zu vermeiden, sollte Wäsche, so gut es geht draußen getrocknet werden und der Sommer bietet sich ja dafür an, sie einfach in den Garten oder auf den Balkon zu hängen.

Ich weiß natürlich, dass diese Möglichkeit nicht jeder hat und dass es eine Menge Wohnungen ohne Balkon gibt. Für diesen Fall ist es am besten, die Wäsche in einem wenig genutzten Raum aufzuhängen und diesen einfach häufiger zu lüften. Kurzes Stoßlüften reicht hier in den meisten Fällen vollkommen aus.

Die Räume vor der Sonne schützen

Da sich das Lüften im Sommer im Idealfall auf die kühleren Morgen- und Abendstunden beschränkt, ist es wichtig, die Räume davor zu schützen zu überhitzen. Hier gilt ganz klar, desto mehr Sonne durch die Fenster in die Räume knallt, desto mehr heizen sie sich auf.

Am besten helfen hier Außenrollos, die man über Tag geschlossen halten kann. Hitzeschutzvorhänge und reflektierende Rolls eignen sich aber ebenfalls, um die Sonne und Wärme ein wenig aus den Räumen zu halten.

Feuchte Bettlaken und Handtücher entziehen der Luft beim Trocknen Wärme und können so für ein wenig Abkühlung sorgen. Mit einem Ventilator, der die Luft in Richtung des Lakens oder Handtuchs bläst, wird dieser Effekt noch verstärkt. Einfacher ist ein leistungsstarker Luftkühler, der ebenfalls Wasser verdunstet, umso für einen kühlenden Luftstrom zu sorgen. Beide Methoden bringen zusätzliche Feuchtigkeit in die Luft und deswegen sollte die Luftfeuchtigkeit unbedingt mit einem Hygrometer beobachtet werden.

Schwere Teppiche und Vorhänge fungieren als Wärmespeicher und sollten im Sommer weggeräumt werden. Ebenso sollte auf unnötige Elektrogeräte verzichtet werden, die Wärme produzieren.

Fazit

Im Sommer lüften Sie am besten früh am Morgen und spät am Abend und dann auch gleich für etwa 20 Minuten mit weit geöffneten Fenstern. So nutzen Sie die kühlere Luft für einen vollständigen Luftaustausch, werden überschüssige Feuchtigkeit los und sorgen für Abkühlung.

Wenn die Sonne knallt, sollten die Fenster geschlossen bleiben und die Räume mit Vorhängen, Rollos oder Jalousien vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

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