Wann ist die Luftfeuchtigkeit im Zimmer zu hoch?

Wenn es im Sommer so richtig schwül und warm ist, dann fällt uns das Atmen schwer. Das liegt vor allem an der hohen Luftfeuchtigkeit und was für den Sommer im Freien gilt, das gilt auch für unsere Wohnräume, denn dort sollte zu hohe Luftfeuchtigkeit unbedingt vermieden werden.

Aber wann ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch und was bedeutet das für uns, die wir in der Wohnung oder dem Haus wohnen?

Das Alles und ein paar erste Tipps, wie sie der zu hohen Luftfeuchtigkeit auf die Schliche kommen und wie sie sich reduzieren lässt gibt es auch.

Was bedeutet hohe Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Wasser sich in der Luft befindet. Befindet sich viel Wasserdampf in der Luft, dann ist die Luftfeuchtigkeit hoch und ist das Gegenteil der Fall und es befindet sich nur wenig Wasserdampf in der Luft, dann ist sie entsprechend trocken.

Wichtig im Zusammenhang mit dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft ist die Temperatur der Luft. Einfach gesprochen, kann warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft.

Wird zu viel Wasserdampf in die Luft gebracht ist irgendwann das Maximum erreicht und die Luft kann kein weiteren Wasserdampf aufnehmen. Ist dieser Punkt erreicht wird sich das Wasser niederschlagen. Besonders häufig ist dieser Vorgang nach dem Duschen am Spiegel zu beobachten. Aber auch Küchenfenster werden während des Kochens oft die Anlaufstelle für überschüssiges Wasser in der Luft.

Dieses Kondenswasser sammelt sich besonders gerne an Stellen, die kälter sind als der Rest des Raumes. Deswegen sind Kältebrücken im Mauerwerk auch so geflüchtet, denn an den Fenstern kann man das Wasser sehen, an der Wand oft nicht.

Luftfeuchtigkeit unabhängig davon, ob zu hoch oder zu niedrig hat Auswirkungen auf die Bausubstanz und noch viel wichtiger auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Ab wann ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch?

In den Wohnräumen, Kinderzimmern und auch im Schlafzimmer gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von 60 % als Obergrenze. Als Idealwert werden von Experten meist 50 % angegeben und unterhalb von 40 % ist die Luft zu trocken. Bad und Küche können, wenn gekocht oder geduscht wird auch gerne mal drüber, bei 70 % liegen.

Die Prozentangabe in denen die Luftfeuchtigkeit ausgegeben wird ist immer ein relativer Wert. Wie bereits erwähnt ist die Aufnahmefähigkeit der Luft von der Temperatur des Raumes abhängig. Um die relative Luftfeuchtigkeit zu errechnen brauchen wir zwei Werte, die absolute Luftfeuchtigkeit und die maximale Luftfeuchtigkeit.

Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt einfach nur an wie viel Gramm Wasser sich in einem Kubikmeter Luft befinden unabhängig von der Temperatur. Die maximale Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Wasser die Luft bei einer bestimmten Temperatur maximal aufnehmen kann. Aus diesen beiden Werten errechnet sich die relative Luftfeuchtigkeit und die wollen wir wissen.

Das große Problem ist, wir Menschen können die Luftfeuchtigkeit nicht fühlen bzw. nicht durch unsere Sinne bestimmen, es muss also technische Hilfe her. Ein Hygrometer kostet nur wenige Euro und misst die relative Luftfeuchtigkeit in Räumen. Bevor Sie erste Maßnahmen gegen die zu hohe Luftfeuchtigkeit ergreifen, sollten Sie immer erst messen.

Probleme durch zu hohe Luftfeuchtigkeit

Das größte Problem durch zu hohe Luftfeuchtigkeit ist Schimmel. Oft heißt es an Schimmel wäre falsches Lüften oder falsches Heizen schuld, es kommt aber genau so häufig vor, dass bauliche Mängel für einen Schimmelbefall sorgen.

Besonders oft sind ältere Häuser mit schlechter Wärmedämmung und teilsanierte Häuser mit Wärme- bzw. Kältebrücken betroffen. Aber auch Neubauten, in denen das Baumaterial noch nicht vollständig getrocknet ist können Probleme durch zu hohe Feuchtigkeit bekommen.

Schimmelsporen sind überall in der Luft und wenn sie sich zusammen mit Wasser auf organischen Materialien, wie sie z.B. in Wänden und Tapeten enthalten sind, sammeln können, dann entsteht Schimmel.

Folgen für die Gesundheit

Ist Schimmel in einem Raum entstanden kann das massive Folgen für unsere Gesundheit haben. Es gelangen immer mehr Schimmelsporen in die Luft und werden eingeatmet. Schwere Allergien und Asthma können die Folge sein.

Ein weiteres Problem sind Milben, denn auch sie fühlen sich besonders wohl, denn die Luftfeuchtigkeit schön hoch ist. Hausstaubmilben sind bekannte Allergieauslöser und können bei Allergikern gefährliche Reaktionen auslösen.

Neben den tatsächlichen Gesundheitlichen Folgen hat hohe Luftfeuchtigkeit auch negativen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Durch Feuchte entstehen unangenehme Gerüche und es wird muffig. Der Sauerstoffaustausch in der Lunge wird beeinträchtigt und es drohen Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Es muss auch mit vermehrtem Schwitzen gerechnet werden.

Gründe für zu hohe Luftfeuchtigkeit

Im Winter zu lüften und die kalte Luft ins gemütliche Zuhause zu lassen ist vielleicht nicht toll, aber notwendig um frische Luft rein zu lassen und die verbrauchte Luft samt Feuchtigkeit los zu werden.

Ein häufiger Fehler beim Heizen ist es, die Heizungen über Tag zu lange abzudrehen, um Geld zu sparen. Die Wände kühlen aus später am Tag entstehende Feuchtigkeit kann sich an der ganzen Wand ansammeln.

Weitere Gründe für hohe Luftfeuchtigkeit:

  • Bügeln
  • Abwaschen
  • Wäschetrockner
  • Wäsche trocknen
  • Pflanzen
  • Haustiere
  • Aquarien und Terrarien
  • Zimmerbrunnen
  • Duschen
  • Kochen

Das beste Mittel gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit ist und bleibt drei bis vier Mal täglich zu lüften. Am besten öffnen Sie alle Fenster vollständig um richtig Stoßlüften zu können. Die Fenster einfach nur zu kippen reicht nicht aus. Im Winter reichen oft schon 5 Minuten im Sommer können Sie gerne 15 oder 20 Minuten lüften.

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