Helfen Luftreiniger gegen Asthma?

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Kaum ist der Winter überstanden und die ersten warmen Sonnenstrahlen sorgen dafür, dass es die Menschen nach Draußen zieht, müssen sich Asthmatiker schon wieder Sorgen machen.

Bereits Anfang des Jahres im Januar sind die ersten Pollen unterwegs.

Es sind zwar nur vereinzelte Hasel- und Erlen-Pollen aber wer gegen diese Bäume allergisch ist, der muss jetzt schon auf der Hut sein.

Mit dem Frühling wird es dann eigentlich täglich mehr und die Allergene fliegen überall um uns herum.

Verständlich, dass Asthmatiker zumindest in den eigenen vier Wänden ihre Ruhe haben wollen und nach Möglichkeiten suchen die Allergene loszuwerden.

Da nur Staub wischen und saugen oft nicht ausreichen kommt irgendwann der Gedanke an einen Luftreiniger auf.

Damit verbunden ist dann häufig die Frage: Helfen Luftreiniger überhaupt bei Asthma?

Genau diese Frage will ich Ihnen in diesem Artikel versuchen zu erklären.

Und falls Sie es besonders eilig haben: Ja, Luftreiniger helfen die durch Asthma verursachten Beschwerden zu verbessern aber…

Asthma ist Volkskrankheit

Wer Asthma hat, ist in guter Gesellschaft, denn laut dem Global Asthma Report von 2014 leiden rund 330 Millionen Menschen weltweit unter Asthma.

Davon etwa 6 Millionen in Deutschland.

Betroffen sind hier vor allem Kinder, etwa 10 bis 15% Prozent aller Kinder und Jugendlichen leidet unter Asthma, bei den Erwachsenen sind es rund 5% (Tendenz steigend).

Besonders in den westlichen Ländern werden es jedes Jahr mehr Patienten, die Gründe dafür sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und lassen sich nicht auf einen Faktor reduzieren.

Auslöser für Asthma sind z.B.:

  • Eine genetische Veranlagung für Asthma (besonders bei allergischem Asthma)
  • Ernährungs- und Lebensgewohnheiten
  • Wärmedämmung von Häusern und Wohnungen
  • Schlechte Raumluft
  • Zunahme von Schadstoffen in den Räumen
  • Mangelnde Aktivierung des Immunsystems durch zu hohe Hygienestandards
  • Höhere Konzentration von Luftschadstoffen
  • Zigarettenrauch (aktiv oder passiv)

Interessant ist, dass laut Experten psychische Faktoren wie Stress und emotionale Belastungen nicht als Auslöser für Asthma gelten, wohl aber Einfluss auf die Beschwerden haben, wenn es erst einmal ausgebrochen ist.

Luftreiniger können bei Asthma helfen aber…

Auch wenn die Faktoren für einen Ausbruch bekannt sind, ist bis heute nicht klar, wie Asthma tatsächlich entsteht. Es ist auch nicht heilbar, lässt sich aber mit Medikamenten gut therapieren.

Asthma lässt sich in zwei Gruppen unterteilen.

Da wäre zum einen das allergische Asthma bei dem der Körper bzw. das Immunsystem auf Stoffe wie z.B. Hausstaub, Schimmelsporen, Pollen, Vogelfedern oder Tierhaare reagiert.

Die zweite Variante ist das nicht-allergische Asthma bei dem die Beschwerden durch körperliche Anstrengung, kalte Luft oder Infekte ausgelöst werden.

Ob Sie zu der einen oder der anderen Gruppe gehören oder doch an einer Mischform leiden kann ein Lungenfacharzt herausfinden.

Übrigens, ebenfalls unabhängig davon, ob sie an allergischem oder nicht allergischem Asthma leiden können Umwelteinflüsse einen negativen Einfluss haben. Dazu gehören Schadstoffe in der Luft, Zigarettenrauch aber auch Haarspray, Deosprays oder starke Parfums.

Und jetzt kommen auch endlich die Luftreiniger ins Spiel, denn überall da, wo Ihre Beschwerden durch irgendwelche Teilchen die durch die Luft fliegen ausgelöst werden, können Luftreiniger Linderung verschaffen.

Hinweis: Luftreiniger sind kein Heilmittel, sie können zu einer Besserung der Beschwerden beitragen, sollten aber niemals ohne ärztliche Absprache Einfluss auf Ihre Medikation haben.

Warum und wie Luftreiniger helfen

Bei allergischem Asthma reagiert der Körper auf Reizstoffe die in der Luft sind und gute Luftreiniger wie z.B. der Philips AC2882/10* filtern mehr als 99% der in der Luftbefindlichen Allergene raus.

Auf diese Weise helfen Luftreiniger dabei zumindest zuhause für frische Luft zu sorgen und die Asthma und Allergiebeschwerden zu mindern.

Es gibt allerdings auch eine große Ausnahme und das sind die Hausstaubmilben.

Allergisches Asthma, das durch Hausstaubmilben bzw. den Kot der Milbe ausgelöst wird, betrifft fast immer das Schlafzimmer. Das liegt daran, dass die Hausstaubmilben es warm und feucht mögen, beides finden sie in unseren Betten.

Nun kann ein Luftreiniger zwar einige der aufgewirbelten Allergene aus der Luft filtern, wenn Sie Ihr Bett machen und aufschütteln, gegen den Kern des Problems kommt er aber nicht an.

Gegen Hausstaubmilben hilft am sichersten ein sogenanntes Encasing-Set, also Milben-Bettwäsche.

Gegen alle anderen Arten von Allergenen also Pollen von Bäumen und Gräsern, Tierhaare oder auch Zigarettenrauch, so wie andere reizende Stoff in der Luft, kann ein Luftreiniger helfen.

Es muss allerdings der richtige Luftreiniger sein und welcher das ist bzw., welche Voraussetzungen der Luftfilter mitbringen muss, dazu komme ich jetzt.

Beim Kauf zu beachten

Um bei allergischem Asthma oder einer Mischform aus allergischem und nicht-allergischem Asthma helfen zu können sollte der Luftreiniger auf zwei Filtersysteme setzen.

  • HEPA Filter bestehen aus extrem feinem und engmaschigem Filtergewebe, das in der Lage ist Partikel bis zu einer Mindestgröße von 0,0003 Millimetern zurückzuhalten. HEPA Filter sind die beste Waffe gegen z.B. Pollen und Schimmelsporen.
  • Aktivkohlefilter sind die zweite wichtige Filterkomponente denn sie können flüchtige Chemikalien aus der Luft filtern und so weitere asthmaauslösende Stoffe aus der Luft filtern.

Bei den meisten handelsüblichen und bewährten Luftfiltern für Asthmatiker sind diese beiden Systeme verbaut.

Oft werden in Luftfiltern auch Ionisatoren verwendet. Ich kann aus eigener Erfahrung nur jedem Asthmatiker dazu raten von diesen Geräten die Finger zu lassen.

Ionisatoren laden die Partikel und Allergene in der Luft statisch auf. Damit soll erreicht werden, dass diese in größeren Verbunden (Clustern) zu Boden sinken. Die Luft ist dann theoretisch von Allergenen befreit aber leider sammeln sie sich am Boden, im schlimmsten Falle sogar auf dem Bett.

Die hohe Konzentration von Allergenen, die sich durch einen Ionisator am Boden sammelt kann zu einer deutlich Verschlechterung der Symptome führen. Außerdem wird bei der Ionisation Ozon produziert, das ebenfalls die Lunge reizt.

Am Ende ist es natürlich jedem selbst überlassen, aber ich persönlich würde nur noch auf eine Kombi von HEPA Filter und Aktivkohlefilter ohne Ionisator setzen.

Eine weitere Variante sind die Luftwäscher, die mit Wasser arbeiten und ebenfalls Allergene und Schmutz aus der Luft filtern aber nicht so effektiv und schnell sind wie ein Luftreiniger. Dafür können sie sich positiv auf das Raumklima auswirken, da sie Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit haben.

Weitere Tipps und empfehlenswerte Geräte finden Sie hier in meinem Artikel über Luftreiniger für Allergiker und Asthmatiker.

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