Luftbefeuchter und Schimmel: Wie schlimm ist das Problem?

Luftbefeuchter stehen immer wieder in der Kritik und dafür gibt es zwei häufige Gründe.

Zum einen werden die Luftbefeuchter als Brutstätte von Keimen verteufelt. Darum soll es in diesem Artikel aber nicht gehen. Nur so viel sei dazu gesagt, wenn man seinen Luftbefeuchter regelmäßig und gründlich reinigt, dann wird er auch nicht zur Keimschleuder.

Der zweite Vorwurf und das Thema dieses Artikels ist, dass Luftbefeuchter dazu beitragen sollen, dass sich Schimmel in Haus und Wohnung bildet.

Dieser Vorwurf ist nicht ungerechtfertigt, denn bei falscher Nutzung und zu starker Feuchtigkeitsbildung, kann sich Wasser an sogenannten Kältebrücken sammeln und tatsächlich zu Schimmel führen.

Das große Problem an dieser Situation ist, dass das Gerät, das ursprünglich das Raumklima und die gesundheitliche Situation verbessern sollte, jetzt ein noch schlimmeres Problem verursacht hat, denn Schimmel ist sehr gefährlich für die Gesundheit.

Weil das Thema so heikel ist, soll es in diesem Beitrag darum gehen, wann zusätzliche Luftbefeuchtung wirklich sinnvoll ist und was Sie unbedingt beachten sollten, damit sich eben kein Schimmel bildet.

Luftbefeuchter kommen fast nur im Winter zum Einsatz

Wirklich zu trockene Luft in den Räumen ist meistens nur im Winter ein echtes Problem. In den warmen Sommermonaten kann die Luft deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen und wir haben die Fenster auch deutlich mehr auf.

Wenn im Winter die Pflanzen keine Blätter haben und weniger Feuchtigkeit abgeben und die Luft aufgrund der niedrigen Temperaturen weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann, dann sinkt auch die relative Luftfeuchtigkeit.

Beim Lüften kommt die trockenere und kalte Luft in unsere Wohnräume und wird durch die Heizungen erwärmt und zusätzlich noch weiter ausgetrocknet.

So kann es schon mal vorkommen, dass an besonders kalten Tagen, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen auf unter 30% sinkt.

Ist das bei Ihnen der Fall und treten unter Umständen sogar schon die ersten Symptome die durch zu trockene Luft ausgelöst werden auf, dann gibt es zwei Möglichkeiten dem ganzen beizukommen.
Hinweis: Symptome von zu trockener Luft sind z.B. trockene Haut und Augen, Reizhusten, Kopfschmerzen.

Gewohnheiten überprüfen und Luftfeuchtigkeit messen

Trockene Luft, da kann man auch schnell mal selbst dran schuld sein, wenn man z.B. falsch heizt und lüftet.

Der erste Schritt wäre als auf jeden Fall seine Gewohnheiten zu kontrollieren und mit einem Hygrometer zu messen, wie niedrig die Luftfeuchtigkeit in Haus oder Wohnung wirklich ist.
Zwei Dinge, die Sie relativ einfach vermeiden können sind Kipplüften und das Überheizen der Räume.

LÜFTEN. Das Fenster zum Lüften stundenlang anzukippen bringt nicht nur wenig, sondern sorgt auch dafür, dass die meist heizungsnahen Heizungen noch mehr heizen.

Viel besser ist es zwei bis dreimal am Tag mit komplett geöffneten Fenstern eine Stoßlüftungen durchzuführen. Noch mehr Lufttausch können Sie erreichen, wenn Sie gegenüberliegende Fenster öffnen und so für Durchzug sorgen.

Hinweis: Keine Sorge wegen der Wärme, der Großteil der von den Heizungen produzierten Wärme sitzt in den Wänden und Möbeln und nicht in der Luft, es wird also schnell wieder warm.

HEIZEN. Viele mögen es kuschelig warm im Winter aber überheizte Räume sorgen für einen starken Abfall der relativen Luftfeuchtigkeit, wenn durch das Öffnen von Fenstern kalte Luft in die Räume kommt.

Temperaturen um 20° in den Wohnräumen und etwa 18° im Schlafzimmer sind mehr als ausreichend und haben bereits Einfluss auf die relative Luftfeuchtigkeit.

Luftfeuchtigkeit natürlich erhöhen

Wenn Sie bereits richtig heizen und lüften und trotzdem Probleme mit trockener Luft haben, dann können Sie zuerst versuchen die Luftfeuchtigkeit mit Hausmitteln zu steigern.

Im Normalfall ist Luft, die so trocken ist, dass sie tatsächlich gesundheitsschädlich wird sehr selten, häufig ist es einfach nur unangenehm, wenn Haut und Schleimhäute leicht ausgetrocknet sind.

Wenn die üblichen Tätigkeiten wie Duschen, Kochen und Wäschetrocknen nicht ausreichen, um ein gesundes Niveau zu halten, dann können Sie versuchen mehr Pflanzen aufzustellen.

Die feuchte Erde und die Feuchtigkeit, die von den Pflanzen über die Blätter abgegeben wird, kann bereits ausreichen, um das Raumklima positiv zu beeinflussen.

Auch hier nochmal der Hinweis behalten Sie die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer im Auge und befeuchten Sie nicht unkontrolliert drauf los.

Zu trockene Luft ist auch über die Wintermonate nur selten ein dauerhaftes Problem.

Helfen alle Hausmittel nichts und ist die Luft bei Ihnen weiterhin auf einem dauerhaft niedrigen Stand, dann kann sich der Einsatz eines Luftbefeuchters lohnen. Lesen Sie dazu auch den Artikel mit dem Titel Luftbefeuchter Test: Die besten Luftbefeuchter 2019 und Testsieger.

Feuchtigkeit sorgt für Schimmel

Schimmel ist in Wohnräumen ein viel häufigeres Problem als zu trockene Luft und Schimmel ist um einiges schlechter für die Gesundheit als trockene Luft.

Wenn Sie also einen Luftbefeuchter bei sich einsetzen, dann haben Sie auch immer einen Blick auf das Hygrometer und achten Sie auf eventuelle Kältebrücken, an denen sich Wasser sammelt.

Schlecht isolierte Räume mit zu hoher Luftfeuchtigkeit sind quasi ein Garant für Schimmel und wie schnell sich das Wasser an kalten stellen sammelt, das kann man im Winter an Fenstern beobachten.

Sollten Sie feststellen, dass sich zu viel Wasser an Fenstern oder sogar an einer Wand sammelt, dann sollten Sie auf den Einsatz des Luftbefeuchters verzichten und nur auf Hausmittel und Pflanzen setzen.

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